10Feb

Warum Casinos mit Betrunkenen beinah nie ein Problem haben

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass das Wort eines Forschers nachhaltig Bestand haben wird. Wer sich aber kaum mit der Forschung beschäftigt, der weiß nicht, dass es auch in der Forschung häufig mindestens zwei Meinungen gibt und sich Sachlagen immer wieder verändern. Darüber hinaus werden manchmal Studien ausgeführt, die auf nicht gesicherten Theorien basieren. Die berühmten Licht Studien in der Arbeits- und Organisationslehre konnten zum Beispiel nicht empirisch bestätigt werden. Dennoch werden sie noch heute an Studenten vorgelegt und gelehrt.

Alkohol in Casinos ist für viele Menschen ein Problem

Das ist aber nicht das einzige Beispiel, was die Forschung in einem anderen Licht erscheinen lässt. Auch der „rational man“ oder Homo oeconomicus findet in der Forschung noch großen Anklang, obwohl er sich heftiger Kritik ausgesetzt sieht. Interessanterweise argumentieren Casinos mit dem Homo oeconomicus, wenn es um das Verhalten der Spieler in Bezug auf Alkohol geht. Warum die Argumentation zynisch ist, wird im Folgenden beschrieben. Zunächst muss aber geklärt werden, was der „rational man“ ist.

Bei diesem Konzept geht es um ein egoistisches Individuum, das seine Ziele pragmatisch und rational verfolgt und sich dabei in den Mittelpunkt stellt. Der „rational man“ ist demnach immun gegen Werbebotschaften und anderen Verlockungen. Er fokussiert sich nur auf sein Ziel und geht dem vehement nach. Wenn dieses Konzept auf Casinos übertragen wird, bedeutet das, dass der Spieler keinen Alkohol trinkt, um seine Sinne nicht zu trüben und seine Entscheidungsfindung beeinflussen zu lassen. Des Weiteren lässt er sich nicht durch vorherige Ergebnisse beeinflussen, sondern konzentriert sich immer auf das aktuelle Spiel.

Besoffene sind für Casinos nur ein Problem, wenn sie randalieren

Dass dieses Beispiel wenig mit der Realität zu tun hat, dürfte eigentlich auf der Hand liegen. Dennoch nutzen es Casino Betreiber immer dann, wenn sie an den Pranger für ihre Geschäftstätigkeiten gestellt werden. Denn natürlich müssen sie Umsätze erzielen und sollten versuchen den optimalen Gewinn zu erreichen. Allerdings muss es auch Grenzen geben. Seit längerer Zeit wird hinter den Kulissen ein Alkoholverbot für Casinos diskutiert. Zu häufig ist es schon vorgekommen, dass ein Gast ein Glas zu viel getrunken hatte und sich danach nicht mehr zurückhalten konnte.

Aus Sicht der Casinos handelt der Gast aber immer rational. Schließlich sei es seine Entscheidung das Angebot zu nutzen. Die Casino Betreiber kommen mit diesem Argument durch. Es bleibt aber abzuwarten, wie lange das noch der Fall ist. Denn die Zeiten für Casino Betreiber werden härter. Nicht nur aufgrund der Konkurrenz durch Online Casinos. Die FDP machte damals den Vorschlag Spielautomaten aus Gaststätten zu entfernen. Zwar wurde der Vorschlag nicht umgesetzt und die FDP befindet sich auch nicht mehr in der Regierung. Dennoch gab der Vorschlag einen Ausblick auf die Zukunft, in der die Richtlinien für Casinos und Online Casinos noch mal strenger werden dürfen.

Dann müssten Casinos weitere Maßnahmen ergreifen, um Umsätze zu erzielen. Schon jetzt spüren sie den Einfluss der Online Casinos und merken, dass immer mehr Menschen zur Online Variante tendieren. Von der Situation profitieren dürfte am Ende der Spieler. Er kann sich auf weitere Veränderungen freuen, die vielleicht sogar ein Schankverbot in Casinos beinhalten, womit der Homo oeconomicus dann ein Stück näher wäre.

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